"Mich hat es motiviert, im hessischen Kader mit den besten Athleten des Landes Wettkämpfe zu bestreiten."

Paul Schuster Deutscher Meister Hamburg.JPGzoom-icon

Paul Schuster wurde am Sonntag über die Langdistanz in Hamburg in 8:24:25 Stunden neuer Deutscher Meister und gesamt Dritter. Im Interview erzählt er uns über sein Rennen. Paul ist als ehemaliger HTV-Kaderathlet ein hessisches Eigengewächs. Der 30jährige hat sich kontinuierlich über die Sprintdistanz als Erstliga-Starter des REA Card Triathlon Team TuS Griesheim zum Langdistanzler entwickelt.

Paul, herzlichen Glückwunsch zu deinem DM-Titel und dritten Gesamtplatz in Hamburg. Du bist zum zweiten Mal in Hamburg gestartet. Wie war der Rennverlauf für dich, ab wann warst du beim Laufen Dritter?

Danke für die Glückwünsche. Das Rennen lief von Beginn an sehr gut für mich. Schon beim Schwimmen konnte ich mich zusammen mit Andreas und Michael Raelert, Horst Reichel und Ruedi Wild vom restlichen Feld absetzen.

Nach einem schnellen Wechsel ging ich als Führender auf die Radstrecke. Hier übernahm Andreas Raelert schnell das Kommando. Bis Kilometer 100 war die Gruppe zusammen, der spätere Sieger Kristian Hogenhaug hatte mittlerweile die Lücke zu uns geschlossen. Er war der diktierende Mann und sorgte dafür, dass die Gruppe auseinanderfiel. Ich konnte dem Tempo nicht folgen und fuhr zusammen mit Horst Reichel und kurze Zeit später dann mein eigenes Rennen. Mit ca. vier Minuten Rückstand ging es auf die Laufstrecke.

Ich lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz vier. Wurde aber von hinten unter Druck gesetzt. Der Abstand nach vorne wurde etwas größer. Bei Kilometer 25 bekam ich die Info, dass Andi Raelert starke Probleme hat. Kurze Zeit später konnte ich ihn überholen und lag auf Platz drei. Diesen Platz sollte ich bis ins Ziel nicht mehr hergeben und wurde damit auch neuer Deutscher Meister über die Langdistanz.

Hattest du bessere Leistungswerte als 2018?

Es ist immer schwierig, Leistungen zu vergleichen, aber ich bin definitiv konstanter geworden und habe mich auf dem Rad weiter verbessert.

Wie siehst du dein Potenzial auf der Langdistanz, wo sind noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Ehrlich gesagt sehe ich in allen drei Disziplinen noch Luft nach oben. Das meiste Potenzial habe ich sicherlich beim Laufen. Da habe ich es bis jetzt über die Marathondistanz noch nicht geschafft, mein Können völlig zu zeigen.

Bist du Vollblutprofi? Was hast du nach deiner Triathlonkarriere vor, welche Berufsausbildung hast du?

Ich studiere Sportwissenschaft an der TU Darmstadt. Derzeit trainiere ich aber unter Profibedingungen und der Sport steht ganz klar im Vordergrund. Über die Zeit nach meiner Profilaufbahn mache ich mir derzeit noch nicht so viele Gedanken.

Wie finanzierst du dein Profi-Dasein, die Wettkampfreisen, kannst du von deinen Sponsoren und Preisgeldern leben?

Es ist schwer ausschließen von Triathlon leben zu können. Reich wird man sicherlich nicht. Ich bekomme finanzielle Unterstützung von Sponsoren. Aber ein größeres Budget würde einiges leichter machen.

Als hessisches Eigengewächs des SV Traisa und jetzt für Griesheim startend, bist du in deiner Jugend im Triathlonkader gewesen? Was hat dir da besonders gefallen?

Nachdem ich damals vom SV Traisa nach Griesheim gewechselt bin, habe ich den Sprung in den Hessischen D-Kader geschafft. Es war eine schöne Zeit. Die Lehrgänge, das gemeinsame Training und natürlich die Wettkämpfe zusammen mit den besten Athleten des Landes zu bestreiten, hat mich sehr motiviert. Wir waren eine starke Truppe und haben uns gegenseitig geholfen, besser zu werden.

Im April hast du beim 70.3 China/Liuzhou den dritten Gesamtplatz belegt, wie sieht dein weiterer Saisonverlauf aus?

Den Plan für die zweite Saisonhälfte werde ich in den nächsten Tagen zusammen mit meinem Trainer Gerald Reichart erstellen. Aktuell weiß ich noch nicht, welche Rennen ich noch machen werde. Erstmal muss ich mich erholen und dann werden wir neue Ziele finden.

Paul, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir für deinen weiteren Saisonverlauf alles Gute!

Tanja Weber

Bild: Sportfotografie / Ingo Kutsche

 

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