Ironman Frankfurt: Pascal Ramali holt zum Abschluss Europameistertitel

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„Weil Hawaii im letzten Jahr für mich suboptimal gelaufen ist, wollte ich nochmal in Frankfurt starten“, sagt Pascal Ramali (SC Oberursel/Sisu-Training) bei der Siegerehrung der Ironman-Europameisterschaften in der Frankfurter Eissporthalle am Montag. Denn eigentlich möchte der talentierte Luftfahrtingenieur mal was anderes machen. Und nicht nur durchgetaktet trainieren neben seiner Arbeit bei einer deutschen Fluggesellschaft. Mit 9:10:18 Stunden überquerte der 33jährige am Sonntagnachmittag die Finishline auf dem Römer. Damit war Ramali zweitschnellster Altersklassenathlet und krönte sich zum Karriereende mit dem Europameistertitel der M 30.

„Am Sonntag war ich nervöser als sonst, ich fühlte mich nicht optimal vorbereitet, mir hatte die Motivation zum Training gefehlt“, so Ramali. Natürlich habe er nach den Plänen seines Trainers Mario Schmidt-Wendling trainiert, aber im Wettkampf sei er letztlich nicht nach Watt und Puls, sondern nach Gefühl gefahren. „Auf die Leistungsdiagnostik habe ich dieses Jahr verzichtet.“ Mit 4:50 Stunden für die 185 Kilometer war Ramali der schnellste Agegrouper auf dem Zeitfahrrad. „Im letzten Jahr habe ich den Ironman Maastricht gewonnen und eigentlich sollte Hawaii im letzten Herbst bereits mein vorerst letzter Triathlon sein. Aber mit Magenproblemen ging das ziemlich daneben.“ Ramali startet jedenfalls nicht am 12. Oktober auf Hawaii: „Ich könnte mir vorstellen, den Flugschein zu machen“, sagt der Mörfelder schmunzelnd.

Insgesamt 12 hessische Altersklassenathleten schmückten sich am Sonntag mit EM-Medaillen. Bedingungen schlimmer als bei der WM auf Hawaii hätten geherrscht, sagen die Finisher unisono. Knapp 1000 Athleten haben das Ziel nicht erreicht. Drei weitere Hessen dürfen sich von nun an Ironman-Europameister nennen: Udo Weinmann (Triathlon Team DSW Darmstadt), Thomas Beisswenger (Fun-Ball Dortelweil) und Riitta Knodt (Spidiron Frankfurt).

Ingrid Erk (ganz links) und Udo Weinmann (vierter von links) holen in der AK 55 EM-Silber und Gold (Foto HTV / Tanja Weber).

„Mir kam es als guter Schwimmer entgegen, dass der Schwimmpart im Langener Waldsee ohne Neoprenanzug war“, freut sich Weinmann. Nach dem Radfahren lag ich mit 20 Minuten vor meinem nächsten Konkurrenten in der M55. Der Abstand verringerte sich drastisch. An der Gerbermühle hatte Weinmann bei Kilometer 40 einen absoluten Tiefpunkt, musste gehen. Sein Vorsprung war auf knappe drei Minuten geschmolzen und noch waren es zwei Kilometer. „Ich habe dann meinen Kopf umgeschaltet und konnte weiterlaufen“, sagt der mehrfache Seniorenliga-Sieger. Mit 1:30 Minuten Vorsprung schließlich holt sich Weinmann die europäische Krone und feierte auf dem Römer in 10:30:36 Stunden seinen Start-Ziel-Sieg. „Es ist ein Traum für mich, hier in Frankfurt auf dem Podium zu stehen“, sagt Weinmann. „Und natürlich bin ich am 12. Oktober auf Hawaii zum zweiten Mal dabei.“

„Ich verzichte auf meinen Hawaii-Platz und gehe lieber nach Nizza.“

Riitta Knodt hingegen war bereits 2016 auf Hawaii und verzichtet als Europameisterin der W 60 auf ihren Hawaii-Slot. „Für die 70.3 WM in Nizza werden heute kurzfristig 100 Slots verteilt“, sagt die Stewardess. „Ich starte lieber dort, denn meine Familie wird mich nach Frankreich begleiten.“ Bei Laufkilometer 20 überholte Knodt die bis dahin Führende Regina Kaurisch (Triathlon Wetterau) und läuft mit starken 4:38 Stunden auf den ersten Platz vor. Kaurisch freilich freut sich in der Eissporthalle als Vize-Europameisterin über den Slot nach Big Island.

Regina Kaurisch (links) und Riitta Knodt (dritte v.l.) feiern in der Eissporthalle Platz zwei und eins der W 60 (Foto HTV / Tanja Weber).

Thomas Beisswenger (Fun-Ball Dortelweil) startete im Marathon eine fulminante Aufholjagd. Dritter der M65 war er nach dem Radfahren, mit 40 Minuten Rückstand zu dem Führenden seiner Altersklasse. Nach dem Halbmarathon waren es immer noch 28 Minuten. „Mein Vereinskollege Joe Kopp, der krankheitsbedingt nicht starten konnte, rief mir hier zu, ich müsse lediglich 1:45 Minuten schneller pro Kilometer laufen“, erzählt Beisswenger schmunzelnd. „Das war zwar unrealisistisch, aber ich habe alles gegeben, mental meine Schmerzen weggeblendet und mich auf das Finish auf dem roten Teppich fokusiert.“ Beisswenger lief den Marathon in 4:24 Stunden und war damit im Laufen knapp eine Stunde schneller als der Zweitplatzierte Raimund Schultz. „Natürlich nehme ich den Hawaii-Slot an und fliege Ende September nach Big Island“, freut sich Beisswenger.

Von der Bundesliga-Sprintdistanz auf die Langdistanz hatte es Thomas Pignede (Triathlon Team DSW Darmstadt), Delphine Halberstadt (VfL Münster/Sisu-Training), Leon Kriszeleit und Lutz Koller (beide SC Oberursel) verschlagen. Pignede holte in der M 25 mit 9:24:14 Stunden den Vizetitel: „Ich konnte als vermeintlich schwacher Gruppen-Radfahrer sogar das Rennen auf dem Rad für mich entscheiden und habe in der zweiten Runde von Friedberg nach Frankfurt trotz föhnartiger heißer Winde meine Konkurrenz hinter mir gelassen“, bilanziert der Erstliga-Starter. Als 20. insgesamt wechselte in die T2, wurde am Ende 28. im gesamten Ranking. Delphine Halberstadt schmückte sich in der W 18 mit europäischem Silber (11:31 Stunden). Aus dem Brunnenstädter-Team der 2. Triathlon-Bundesliga Süd feierte Leon Kriszeleit mit 9:21:55 Stunden die bronzene Medaille der M 30, Lutz Koller musste in der M 25 mit Platz vier vorliebnehmen. Beide starten im Oktober bei der WM.

In der Teamwertung setzte sich das Podium aus drei hessischen Clubs zusammen: Mannschaftsgold holte sisu-Training vor der Eintracht Frankfurt und dem Triathlon Team DSW Darmstadt.

Übersicht der hessischen Medaillenplätze:

Altersklasse

Name

Zeit

Verein

M 18 – 24

3. Sven Theis

10:32:36

VfL Münster

M 25

2. Thomas Pignede

9:24:14

Triathlon Team DSW Darmstadt

M 30

 

1. Pascal Ramali

3. Leon Kriszeleit

9:10:18

9:21:55

SC Oberursel / sisu-Training

M 55

1. Udo Weinmann

10:30:36

Triathlon Team DSW Darmstadt

M 65

1. Thomas Beisswenger

12:49:20

Fun-Ball Dortelweil

W 18 – 24

2. Delphine Halberstadt

11:31:10

VfL Münster / sisu-Training

W 30

2. Heike Brendemühl

10:35:22

Spiridon Frankfurt / sisu-Training

W 35

3. Rebecca Sack

11:07:44

Eintracht Frankfurt

W 55

2. Ingrid Erk

13:40:56

EOSC

W 60

1. Riitta Knodt

2. Regina Kaurisch

13:12:33

13:49:26

Spiridon Frankfurt

Triathlon Wetterau

Tanja Weber

 

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