Neue Serie: Die hessischen Bundesliga-Teams im Portrait

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Spannende, kurzweilige Rennen im Sprintformat: Das ist die 1. und 2. Triathlon-Bundesliga. Zuschauerfreundlich, Livestream, Teamdynamik. Das sind nur wenige der Schlagworte, die den Charakter der Triathlon-Bundesliga prägen. Ein Sprungbrett für junge talentierte Athleten, gemeinsam mit Stars der Triathlonszene an der Startlinie zu stehen. 

Unsere hessischen Teams der Triathlon-Bundesliga stellen wir Ihnen in unserer neuen Serie vor:

Triathlon Team DSW Darmstadt

Sportlicher Leiter: Thomas Pignede

Trainer/Headcoach: Benjamin Knoblauch

Ergebnisse 2018:   8. Platz 1. Bundesliga Männer

                                 1. Platz 2. Bundesliga-Süd Männer

                                 1. Platz 2. Bundesliga-Süd Damen

Größter Erfolg:      Doppelter Süddeutscher Mannschaftsmeister und direkter Durchmarsch des jungen Damenteams in die 1. Bundesliga

Wir haben mit Thomas Pignede, dem sportlichen Leiter der Bundesliga des Triathlon Team DSW Darmstadt gesprochen.

Thomas, nach dem Ausnahmejahr 2018 – was sind eure Ziele für die Saison 2019?
Minimalziel ist der Klassenerhalt in der 1. Triathlon-Bundesliga. Die Damen sollen sich erstmal etablieren, die Herren idealerweise wieder mit einer Top-10 Platzierung abschließen. Unsere Teams sind jung, motiviert und talentiert.
In der 2. Bundesliga wollen wir natürlich wieder unter den ersten Drei sein, am liebsten mit dem Titel des Süddeutschen Mannschaftsmeisters.

Wie lange seid ihr in der Triathlon-Bundesliga?
Mit den Herren sind wir seit der Gründung der Bundesliga in 1996 fast durchgängig in Deutschlands Oberhaus. Mit den Damen bis einschließlich 2003, dann musste die Mannschaft mangels Athletinnen zurückgezogen werden. Jetzt sind wir ab 2019 wieder dabei. In der 2. BL Herren existieren wir seitdem es diese gibt (glaube ich), zumindest seit 2008 durchgängig.

Warum sollte man als Top-Athlet für deinen Verein im Team starten, was ist das Besondere an deinem Verein? Wie fördert ihr eure Bundesligastarter?
Unser Ziel bzw. unsere Motivation ist es nicht, mit Buschhütten zu konkurrieren und nur externe Top-Starter aufzustellen. Auch sind wir kein, von Steuergeldern geförderter Bundesstützpunkt. Wir möchten aufstrebenden, jungen, talentierten Athleten frühzeitig die Möglichkeit geben, sich auf der höchsten deutschen Bühne zu präsentieren und eine Plattform bieten, um sich mit den besten Triathleten der Welt zu messen. Wir fördern unsere Athleten nicht, indem sie bei uns reich werden und viel Geld verdienen. Sondern wir können in erster Linie aufstrebenden Talenten frühzeitig Startplätze geben, die sie in einem Top-Team nicht garantiert bekommen würden. Mit unserem Hauptsponsor sailfish werden unsere Athleten mit Wettkampfmaterial (Einteiler, Neo, etc.) ausgerüste. Wir haben einen Team-Bus und übernehmen die Kosten für Fahrt, Verpflegung, Unterbringung, Lizenzgebühren etc.

"Unser Anspruch ist, dass in erster Linie regionale Athleten etwas davon haben."

Betreibt ihr konsequente Nachwuchsarbeit oder habt ihr vermehrt Starter über Zweitstartrecht im Einsatz?

Wir fahren hier natürlich zweigleisig. Das Kernteam bilden lokale Athleten aus unserer eigenen Abteilung, die bei uns in den Nachwuchsgruppen ausgebildet wurden und sukzessive an das Top-Niveau herangeführt werden. Die Mannschaft wird dann durch ein paar externe (hauptsächlich aus Deutschland stammende) junge Athleten ergänzt, die in ihrem Heimatverein kein Bundesliga-Team haben und daher mit Zweitstartrecht für uns in der Bundesliga starten. Dass der DSW konsequent gute Nachwuchsarbeit betreibt und traditionell immer wieder Talente bis hin zu Bundesliganiveau hervorbringt, ist glaube ich bekannt :-) Das ist unsere Philosophie, sollte das in Zukunft irgendwann nicht mehr der Fall sein, dann werden wir auch keine Bundesliga mehr machen. Unser Anspruch ist, dass in erster Linie regionale Athleten etwas davon haben. Wobei es eigentlich sogar andersherum läuft: Da wir den Zugang zur Bundesliga haben, ist es für viele Nachwuchsathleten der Ansporn schlechthin, bei uns in den Jugendgruppen sich stetig weiterzuentwickeln um möglicherweise irgendwann einmal im Oberhaus neben Olympiateilnehmern an der Startlinie zu stehen.

Wie ist eure Vereinshistorie, seid ihr ein reiner Triathlonverein oder eine -abteilung? Gibt es gewachsene Strukturen in eurer Vereinsarbeit?
Die Triathlonabteilung wurde bereits 1984 gegründet, wir sind im Triathlon also von Anfang an und immer vorne mit dabei. Die Abteilung hat gut 350 Mitglieder, der Gesamtverein DSW 1912 Darmstadt hat fast 1800 Mitglieder, wobei die Schwimmabteilung die größte ist und ebenso leistungssportorientiert arbeitet.

Welche Rolle spielen Sponsorengelder bei der Finanzierung der Liga für euch bzw. werfen eure Eigenveranstaltungen genug ab, um die Kosten zu decken (Ausrüstung wie Leihräder, Trikotagen, Startgelder, Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Betreuerpauschale)?
Ohne Sponsorengelder sowie vor allem unsere beiden Veranstaltungen Swim & Run und Woogsprint wäre die Bundesliga mit mittlerweile 3 Mannschaften für uns nicht finanzierbar. Aber auch nur, weil Betreuer und Vorstandsmitglieder (und Trainer an den Wettkampfwochenenden) komplett ehrenamtlich arbeiten. Eine Aufwandsentschädigung oder Pauschale gibt nicht, aber dafür ein tolles Wochenende mit einer Menge Spaß, erstklassigen Sport und hoffentlich erfolgreichen Ergebnissen. Leidenschaft ist hier das A und O.

Wie siehst du den Stellenwert der Bundesliga in der Öffentlichkeit im Vergleich zu kommerziellen Veranstaltungen wie Ironman /70.3 Rennen und den Challengerennen?
Die Bundesliga ist aus unserer Sicht ein echt geiles Rennformat und bietet hochklassigen, spannenden, spektakulären Sport, der sich für Zuschauer, Presse, Medien etc. eigentlich gut präsentieren lassen sollte. Leider ist die Vermarktung und öffentliche Wahrnehmung im Vergleich zum Ironman mit TV-Zeiten, Sportschau-Artikel, Bekanntheitsgrad usw. wirklich sehr gering und wird außerhalb der lokalen Presse oder triathlonspezifischen Fachzeitschriften kaum wahrgenommen. Für unseren Sport hat die Bundesliga dennoch einen extrem hohen Stellenwert, insbesondere für den Nachwuchs. Für etliche Olympia-Teilnehmer oder auch Ironmanprofis ist sie das das perfekte Sprungbrett.

Wie findest du es, dass es im Prinzip nur Sprintrennen gibt und die Altersstruktur in manchen Teams um die 20 ist?
Olympische Distanzen sind zu intensiv um die ausländischen Top-Stars in die Bundesliga zu locken, und auch für zuschauerfreundliche Rennen mitten in der City schwer umzusetzen. Dennoch würden wir uns wünschen, dass es neben den Sprintrennen vielleicht ein bis zwei andere Rennformate wie Teamrennen, Super-Sprint-Staffeln oder ähnliches geben würde. Das bringt etwas Abwechslung reinn und erhöht die Spannung. Ein Mannschaftsrennen kann ggf. für ein sehr homogenes Team ohne Weltklasse-Athleten eine gute Möglichkeit sein, im Tagesklassement ein Überraschungsergebnis zu erzielen.

Wie empfindet ihr die mediale Aufmerksamkeit? Hat die Berichterstattung zugenommen?
Die mediale Aufmerksamkeit nimmt definitiv zu, insbesondere in den sozialen Medien Facebook und Instagram. Wir werden in Berlin bei der DM auch live im Fernsehen sein, was ein natürlich krasser Sprung ist und hoffentlich eine gute Aufwertung. Über die triathlonspezifischen Kanäle hinaus ist die Triathlonbundesliga aber weiterhin kaum präsent. Wenn man einfach mal bei den Arbeitskollegen oder im privaten Umfeld sich umhört, dann ist kaum jemandem bekannt, dass es im Triathlon eine Bundesliga gibt. Wenn überhaupt ist nur der Ironman bekannt, mit seiner Langdistanz-Faszination und vermutlich auch nur weil derzeit die Deutschen auf Hawaii dominieren.

Welche Wünsche habt ihr an den Verband, sollten wir euch mehr fördern und wenn wie?
Wir finden es mega, dass der HTV erkannt hat, wie wichtig Nachwuchsarbeit ist und die (immer weniger werdenden) Veranstalter unterstützt, die auch Nachwuchswettkämpfe anbieten. Genauso die Vereine mit einer Kinder/Schüler/Jugend-Abteilung. Natürlich muss ein Verband auch darauf achten, dass er alle Sparten, Facetten, Leistungsklassen, ... abdeckt, die unser Sport hat. Denn gerade diese Variabilität ist es, was Triathlon so besonders macht: Wo startet man denn sonst gemeinsam mit dem Weltmeister im selben Wettkampf über dieselbe Strecke?

Obwohl wir in den letzten Jahren die erfolgreichste Zeit in unserer Vereinshistorie hatten, gestaltet sich die Sponsorenaquise zunehmend schwieriger, wir haben derzeit z.B. keinen Hauptsponsor. Es gibt natürlich nicht die eierlegende Wollmilchsau aber je mehr darüber erfahren und je höher die öffentliche Wahrnehmung ist, wie erfolgreich wir sind, desto besser. Der HTV ist mit seiner Pressearbeit natürlich einer von vielen Bausteinen, und auch hier hat sich in den letzten Jahren viel zum Positiven entwickelt (Facebook-Verlinkungen, Präsentation der Kaderathleten, etc.) Insgesamt können wir sagen, macht weiter so!

Der Kader 2019 (Quelle DTU)

Name

Nation

Jahrgang

Lars Anders

Deutschland

1995

Attila Arany

Ungarn

1998

Finn Arndt

Deutschland

1996

Christoph Bentz

Deutschland

1994

Zsombor Devay

Ungarn

1996

Sean Donelly

Deuschland

1987

Uwe Drescher

Deutschland

1992

Julius Gatermann

Deutschland

1996

Henrik Goesch

Finnland

1994

Alberto Gonzalez Garcia

Spanien

1998

Ignacio Gonzalez Garcia

Spanien

1996

Henry Graf

Deutschland

2002

Michael Helis

Deutschland

1999

Oliver Huß

Deutschland

1994

Fabian Kraft

Deutschland

1999

Steffen Kundel

Deutschland

1988

Patrick Lange

Deutschland

1986

Christian Mokros

Deutschland

1986

Mika Noodt

Deutschland

2000

Thomas Ott

Deutschland

2000

Thomas Pignede

Frankreich

1990

Horst Reichel

Deutschland

1982

Robin Schüßler

Deutschland

2002

Felix Schwarz

Deutschland

1999

Lennart Sievers

Deutschland

1997

Philipp Weber

Deutschland

1995

Tanja Weber

 

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