2. Triathlon-Bundesliga Süd: Die Eintracht Frankfurt stellt ihr Team ausschließlich mit eigenen Starterinnen

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Die Eintracht Frankfurt hat ausschließlich Starterinnen aus den eigenen Reihen im Team. Volker Enseleit, der sich für uns Zeit genommen hat und stellvertretender Abteilungsleiter ist, betont, dass das Motto „von der Breite in die Spitze“ in einem der größten Triathlonvereine Deutschlands gezielt umgesetzt wird.

Eintracht Frankfurt

Sportlicher Leiter: Max Stadler/Philipp Hofmann/Volker Enseleit/Georg Heckens

Trainer/Headcoach: Natascha Schmitt (Laufen)/Björn Hauptmannl (Schwimmen)

Ergebnisse 2018:   1. Platz Regionalliga Mitte Damen

Größter Erfolg:      Drei Siege und ein zweiter Platz in der Regionalliga mit Aufstieg in die 2. Triathlon-Bundesliga Süd

Volker, 2018 habt ihr die Regionalliga regelrecht dominiert – was sind eure Ziele für die Saison 2019?
„Mittendrin statt nur dabei“ zu sein und selbst in der Rolle als Aufsteiger ordentlich in der 2. Liga mitmischen. Natürlich wollen wir Erfahrungen sammeln, da dies für uns ein neues Wettkampfformat ist. Aber wichtig ist, nach jedem Rennen sagen zu können, dass wir alles gegeben haben und mit für uns zufriedenstellenden Resultaten jeden Wettkampf beenden.

Wie lange seid ihr in der Triathlon-Bundesliga?
Wir sind sozusagen Rookies, was die Bundesliga betrifft.

Worin liegt die Stärke eurer Damen?
Wir sind zum Glück sehr ausgeglichen, was uns besonders bei Teamrennen zu Gute kommt. Natürlich haben wir über den Winter besonders an der Schwimmform gefeilt. Schließlich legt die Schwimmleistung den Grundstein dafür, welche Radgruppe ich in den Drafting-Rennen erwische.

Warum sollte man als Top-Athlet für deinen Verein im Team starten, was ist das Besondere an deinem Verein?
Weil wir eine super Atmosphäre haben, ein wirklich tolles Miteinander. In unserem Verein, also der Eintracht, gibt es super Trainingsangebote und erstklassige Bedingungen. So haben wir nur lizenzierte Trainer und bis zu sieben Leistungsgruppen. Für jeden, egal ob Hobby- oder Leistungssportler, ist etwas dabei. Die Trainingsangebote sind so verteilt, dass sowohl die Bundesligastarter als auch die Breitensportler die Möglichkeit haben jeden Tag trainieren zu können. Die vielen Möglichkeiten die wir haben, kommen natürlich auch daher, dass die Triathlon-Abteilung der Eintracht die größte Triathlonabteilung Deutschlands mit über 1200 Mitgliedern ist, was uns ganz klar von anderen Vereinen unterscheidet.

Wie fördert ihr eure Bundesligastarter?
Von der Eintracht werden alle Kosten übernommen, die mit den Starts in der 2. Liga einhergehen. Generell stellt die Eintracht Fahrzeuge für die Anfahrt zu Wettkämpfen, sowie eventuell notwendige Hotelkosten und sonstige Hilfsmittel wie z.B. Wettkampfbekleidung zur Verfügung. Räder müssen die Starterinnen selbst kaufen, sofern sie es sich leisten können (die Eintracht hat auch schon einigen Mitgliedern Räder gestellt und der Nachwuchs kann Räder jeder Größe (über 60 Stück) kostenfrei nutzen). Die Eintracht hat auch ein Preisgeldschema, so dass die Starterinnen etwas Geld „verdienen“ können, wobei die Mannschaft in den letzten Jahren das Preisgeld gespendet hat.

Betreibt ihr konsequente Nachwuchsarbeit oder habt ihr vermehrt Starter über Zweitstartrecht im Einsatz?
Die Eintracht betreibt intensive Nachwuchsarbeit. Unser Ziel ist es, den Nachwuchs aus eigenen Reihen zu fördern und zu entwickeln und keine Zweitrechtstarter für die Erreichung von Aufstiegen in der Liga einzubinden. Wir bieten altersgerechtes Training in 5 Trainingseinheiten pro Woche in bis zu 5 unterschiedlichen Leistungsgruppen für Kinder und Jugendliche von 8 bis 23 Jahren an. Ein Trainingslager in den Osterferien gehört genauso zum Angebot, wie die durch Trainer betreute Teilnahme an über 12 Wettkämpfen und die Vorbereitung auf die Kadersichtungen des Verbandes. Dabei liegt unser Fokus sowohl im breitensportlichen Bereich, als auch in der Einzelförderung ambitionierter Jugendlicher. Wichtig ist uns der Spaß am Sport, aber auch die Vermittlung von Werten der Gemeinschaft. So ist jeder Jugendliche aufgefordert, sich als Helfer ehrenamtlich einzubringen und es gibt von den Jugendlichen gewählte Jugendvertreter, die die Interessen des Nachwuchses im Verein und gegenüber dem Verband vertreten. Um allen sozialen Schichten die Mitgliedschaft im Jugend Triathlon Bereich zu ermöglichen, fördern wir finanziell schwächer gestellte Familien z.B. mit der kostenfreien Nutzung von Rennrädern oder einer kostenfreien Teilnahme am Trainingslager. Wir sind als Verein sehr stolz darauf unsere Bundesligamannschaft komplett aus den eigenen Reihen aufstellen zu können, getreu dem Eintracht Motto „Von der Breite in die Spitze“.

Wie ist eure Vereinshistorie, seid ihr ein reiner Triathlonverein oder eine -abteilung? Gibt es gewachsene Strukturen in eurer Vereinsarbeit?
Wir sind eine Abteilung innerhalb des Mehrsparten-Vereins Eintracht Frankfurt e.V. – der Verein mit dem Fußballanhängsel ;-) – Spaß beiseite: die 2008 gegründete Abteilung ist seit ca. vier Jahren die größte Abteilung Deutschlands. Sie wird geleitet vom Gründer Georg Heckens, zusammen mit mir als Stellvertreter und der Jugendleiterin Claudia Backöfer. Die Organisationsstruktur ist durch den Abteilungsvorstand entwickelt worden. Diese baut sich auf über 20 EhrenamtlerInnen und ca. 300 Helfern auf – ohne diese wären das Wachstum und der Erfolg nicht möglich gewesen. Die Abteilung beschäftigt über 60 lizensierte Trainer und hat seit 2018 einen festangestellten Referenten Sportbetrieb/Projektmanager.

Welche Rolle spielen Sponsorengelder bei der Finanzierung der Liga für euch bzw. werfen eure Eigenveranstaltungen genug ab, um die Kosten zu decken?
Die Triathlonabteilung von Eintracht Frankfurt finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, die bei einer Anzahl von über 1.200 Mitgliedern signifikant sind. Sponsoren haben wir auch, vor allem Simplon als Hauptsponsor, aber auch Velozeit Hanau, Laufshop Leder Frankfurt und Brightsolutions als Nebensponsoren. Die Sponsoren helfen uns dabei, unsere Kosten zu decken. Zum Glück bekommen wir aufgrund unseres Engagements auch einige Spenden die uns sehr helfen, unser umfangreiches Trainingsangebot zu finanzieren. Weiterhin bekommen wir nicht unerhebliche Zuwendungen durch unser Engagement bei regionalen Großveranstaltungen wie beispielsweise dem Ironman Frankfurt, dem Radrennen Eschborn-Frankfurt oder auch dem Frankfurt City Triathlon.

Wie siehst du den Stellenwert der Bundesliga in der Öffentlichkeit im Vergleich zu kommerziellen Veranstaltungen wie Ironman /70.3 Rennen und den Challengerennen?
Leider ist die öffentliche Wahrnehmung der Bundesliga geringer als die der kommerziellen Veranstaltungen. Wenn die 2. Bundesliga in den Stadtzentren stattfinden könnte, wäre das vielleicht eine Maßnahme, die helfen würde. Wir würden uns darüber freuen, wenn die Bundesliga mehr in das Rampenlicht käme.

Wie findest du es, dass es im Prinzip nur Sprintrennen gibt und die Altersstruktur in manchen Teams um die 20 ist?
Bei fünf Rennen in der Saison (drei Sprint- und zwei Teamsprint-Distanzen) wäre es natürlich um der Abwechslung willen super, wenn es zumindest eine Olympische Distanz gäbe. Die Rennen sind sich allgemein im Streckencharakter ziemlich ähnlich, keine selektiven Radkurse etc. und somit haben meistens die besten Schwimmer und taktischen Racer die größten Erfolgschancen. Wenn die Radstrecke mal einen Ausreißversuch zulassen würde oder man eben auf der Laufstrecke als starker Läufer länger die Chance hätte, aufzuholen, dann sähe so manches Endergebnis anders aus. Die Altersstruktur ist relativ egal; ist ja auch vollkommen natürlich, dass man in dem Alter (also um die 20) auf den kürzeren und schnelleren Distanzen erfolgreich ist.

Wie empfindet ihr die mediale Aufmerksamkeit? Hat die Berichterstattung zugenommen?
Man merkt, dass die Aufmerksamkeit im Bereich der Bundesligarennen zunimmt, besonders in der 1. Bitburger 0,0%  Triathlon-Bundesliga werden inzwischen Rennen im TV übertragen, was wir als Sportfans natürlich sensationell finden. Klar fokussiert das Medieninteresse mehr im Bereich Langdistanz, was aber unseres Erachtens auch an dem Rennformat der Bundesliga liegt. Ein gutes Beispiel für mehr Zuschauerinteresse bietet hier beispielsweise die Super League Triathlon. Auf den meist sehr flachen Rundkursen ist grundsätzlich der Radpulk riesig, man kann nichts erkennen und spannend wird es dann erst beim Laufen. Bei technisch anspruchsvolleren Radstrecken (bestes Beispiel Viernheim: super Radstrecke für die Olympische Distanz und die Hessenliga, aber wir Bundesligastarter fahren flach im Kreis) wäre das Rennen über einen längeren Zeitraum offen und spannend.

Welche Wünsche habt ihr an den Verband, sollten wir euch mehr fördern und wenn wie?
Die Athletinnen würden sich darüber freuen, wenn ihre Bedürfnisse und Wünsche bei der Planung der Wettkämpfe vermehrt berücksichtigt würden z.B. durch die Erweiterung des Rennformates mit einer Olympischen Distanz und einer transparenteren Auswahl der Wettkämpfe. Des Weiteren wäre eine bessere Koordination der Termine wünschenswert, da die Rennen zum Teil mit anderen großen Rennen im Rennkalender kollidieren (wie zum Beispiel dem Ironman Frankfurt).*
Der Verein würde sich über ein erweitertes Angebot der Trainerweiterbildung zur Auffrischung der Trainer-Lizenzen freuen. Die Kenntnisse der über 60 lizensierten Trainer der Eintracht zusätzlich zur vereinsinternen Weiterbildung kontinuierlich mit vom HTV anerkannten Weiterbildungsangeboten zu verbessern, ist ein wichtiges Anliegen des Vereins, um eine bestmögliche Betreuung unserer Athleten dauerhaft sicherzustellen.

Der Kader 2019

Name

Nation

Jahrgang

Julia Schuler

Deutschland

1999

Annika Rahner

Deutschland

1997

Tami Stützel

Deutschland

1997

Connie Seiboth

Deutschland

1986

Imke Jagau

Deutschland

1990

Marie Jones

Großbritannien

1985

Natascha Schmitt

Deutschland

1986

 

*Anmerkung der Redaktion: Die Terminvergabe der Rennen ist Sache der DTU und nicht des Hessischen Triathlon Verbandes

Tanja Weber

 

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