1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga: Das Sigma Sport Team Viernheim

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Peter Grüber, sportlicher Leiter des Sigma Sport Teams Viernheim sitzt im Auto und fährt in sein Ferienhaus bei Girona. In Südfrankreich auf dem Parkplatz erzählt er uns am Telefon, dass er in diesem Jahr mindestens zehn jungen Damen absagen musste, die gerne für die Erstliga-Mannschaft des Vereins im südlichsten Zipfel Hessens starten wollten. Und dass es bei den Teamwochenenden um Training mit Familienanschluss geht.

Sigma Sport Team Viernheim

Sportlicher Leiter: Peter Grüber

Trainer/Headcoach: zu viele Heimtrainer, um sie einzeln zu nennen

Ergebnisse 2018:  6. Platz 1. Bundesliga Frauen

Größter Erfolg:      5. Platz Kraichgau-Triathlon 2018 mit 6. Einzelplatz Ursula Trützschler

Peter, nach dem starken Abschneiden im letzten Jahr – was sind eure Ziele für die Saison 2019?
Wir sind stolz darauf, so überragende Athletinnen wie Ursula mit im Team zu haben. Nach unserem souveränen Abschluss der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga wollen wir natürlich wieder auf einem Platz mit einer einstelligen Ziffer landen.

Wie lange seid ihr in der 1. Triathlon-Bundesliga?
Wir sind aus der Regionalliga 2014 direkt in Deutschlands Oberhaus aufgestiegen. Damals gab es noch keine 2. Triathlon-Bundesliga für die Damen in Süddeutschland.

Worin begründet ihr euren Teamerfolg?
Mit Ursula Trützschler haben wir eine Ausnahmeathletin im Team. Sie erreicht regelmäßig einen Top 15 bis 20 Platz und ist damit momentan unsere Nummer eins. Ursula ist im BWTV-U23-Kader und startet über Zweitstartrecht für uns. Ihr Erststartrecht liegt beim SV Nikar Heidelberg, wo sie studiert und lebt.

Warum sollte man als Top-Athlet für deinen Verein im Team starten, was ist das Besondere an deinem Verein? Wie fördert ihr eure Bundesligastarter?
Bei uns geht es nicht nur um Leistungssport, sondern der Teamgedanke steht im Vordergrund. Unsere Trainingswochenenden sind sozusagen Teamwochenenden mit Familienanschluss. So kochen wir neben dem Training gemeinsam bei mir, geschlafen wird bei den Eltern von unserem Trainer Patrick Dreiseitel. Die familiäre Atmosphäre ist damit glaube ich einzigartig.
Finanziell und materiell fördern wir unser Bundesliga-Team nahezu komplett. Hat eine Athletin kein eigenes Rennrad, bekommt sie eins gestellt. Der TSV Amicitia Viernheim verfügt über einen Pool von 30 Leirädern. Nach der Ligasaison gehen die Räder unserer Top-Athletinnen in diesen Bestand über. Damit hat jedes Kind aus dem Nachwuchs die Möglichkeit, ein Rad gestellt zu bekommen. Natürlich zahlen wir für das Erstligateam die Trikotagen, Startgelder und Übernachtungskosten.

Betreibt ihr konsequente Nachwuchsarbeit oder habt ihr vermehrt Starter über Zweitstartrecht im Einsatz?
Wir fahren wie die meisten Vereine zweigleisig. Neben den Athletinnen mit Zweitstartrecht setzen wir natürlich als Backup an vierter Position eine Jugendliche aus dem Nachwuchsbereich ein.

Wie ist eure Vereinshistorie, seid ihr ein reiner Triathlonverein oder eine -abteilung? 
Unseren Verein gibt es nahezu zeitgleich seit der Erstaustragung des Viernheimer Triathlons 1984. Ende August gehen wir ja in die 36. Auflage mit unserem Wettkampf. Die Triathlonlegenden Jürgen Zäck und Lothar Leder sind früher übrigens auch mal für den TSV Viernheim gestartet.

Welche Rolle spielen Sponsorengelder bei der Finanzierung der Liga für euch?
Es mag sich jetzt überheblich anhören, aber unsere Bundesliga-Mannschaft ist das günstigste Team innerhalb des Vereins. Durch unsere mediale Präsenz werden hier viele Kosten durch Sponsoren und Partner abgedeckt. Im Übrigen läuft bei uns die Wettkampfbetreuung rein ehrenamtlich. Für unseren Start in Berlin an den Finals Anfang August muss ich zum Beispiel Urlaub nehmen, um meine Mädels betreuen zu können.

Wie siehst du den Stellenwert der Bundesliga in der Öffentlichkeit im Vergleich zu kommerziellen Veranstaltungen wie Ironman /70.3 Rennen und den Challengerennen?
In meinen Augen haben Challenge und Ironman international gesehen einen höheren Stellenwert. Allerdings denke ich, dass die Bundesliga durch die Live-Übertragung der DM in Berlin von ARD und ZDF gepusht wird. Damit werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

Wie findest du es, dass es im Prinzip nur Sprintrennen gibt und die Altersstruktur in manchen Teams um die 20 ist?
Die Bundesliga bildet vom Rennformat nicht den typischen Triathleten ab. Denn die Schwimmleistung ist maßgeblich dafür, ob ich eine gute Radgruppe erwische. Und letztlich entscheidet sich dann alles beim Laufen. Daher sind diese Rennen optimal geeignet, um die Jugend an den Leistungssport heranzuführen und ein Sprungbrett zu schaffen, um an Europacuprennen und Olympischen Distanzen teilzunehmen. Würde es in dieser Liga in Deutschland Olympische Distanzen geben, bezweifle ich, dass dafür starke internationale Athleten gewonnen werden könnten.

Wie empfindet ihr die mediale Aufmerksamkeit? Hat die Berichterstattung zugenommen?
Die mediale Aufmerksamkeit nimmt definitiv zu. Die Übertragung der Erstliga-Rennen per Livestream ist top. Der Wettkampf in Rügen beispielsweise wurde von Ostsee-TV übertragen. In Berlin sind die öffentlich-rechtlichen Sender mit im Boot.

Welche Wünsche habt ihr an den Verband, sollten wir euch mehr fördern und wenn wie?
Wir sind mit der Nachwuchsarbeit durch den Hessischen Triathlon Verband sehr zufrieden. Erst die Kaderstruktur im Verband hat es uns ermöglicht, so weit zu kommen. Dadurch werden Kontakte geknüpft und es bilden sich Vernetzungen über die Vereinsgrenzen hinaus. Viele unserer Athletinnen bringen sich schließlich über das Zweitstartrecht für uns ein. Natürlich ist die DTU als Dachverband für die Bundesliga-Meisterschaften zuständig. Aber die Regionalliga gibt nach der Hessenliga den Feinschliff für die Bundesliga. Und hier hat der HTV hervorragende Arbeit geleistet, indem die Tendenz zu Sprintrennen geht. So haben auch junge Athleten ab 16 Jahren die Möglichkeit, in hochklassigen Sport auf Landesebene reinzuschnuppern!

 

Der Kader 2019 (Quelle DTU)

Name

Nation

Jahrgang

Eva Estler

Deutschland

1999

Caroline Fey

Deutschland

1999

Emma Graf

Deutschland

2000

Delphine Halberstadt

Deutschland

1995

Kathrin Halter

Deutschland

1997

Kim Heidemann

Deutschland

2002

Nina Heidemann

Deutschland

2000

Jana Hess

Deutschland

1989

Simone Hofmann

Deutschland

1995

Gina Marie Jukic

Deutschland

2002

Franziska Schildhauer

Deutschland

1998

Sophia Stößer

Deutschland

2003

Sophie Theobald

Deutschland

2000

Ursula Trützschler

Deutschland

1997

Tanja Weber

 

 

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